Thymian ernten, schneiden, trocknen & pflegen

Thymian ist ein wertvolles und schmackhaftes Kraut. Die Anzucht, der Anbau, die Pflege und dass Ernten sind unkompliziert und mit etwas Wissen sehr einfach zu bewerkstelligen. Man kann den Thymian am besten mit einer Schere oder Gartenzange schneiden. Geerntet wird er an seinem sonnigen Standort direkt nach dem Morgentau, bevor die Hitze des Tages einsetzt. Er bedarf für den Anbau nicht allzu viel Pflege, jedoch ist darauf zu achten, ihn auch beim Überwintern im Garten ausreichend zu gießen. In dieser Ruhephase kann man ihn auch zurückschneiden. Getrocknet werden kann der Thymian direkt in der Sonne oder, gerade in kälteren Jahreszeiten, auch im Backofen. Er eignet sich auch zum Einfrieren.

Thymian im Garten

Thymian kann man hervorragend im Garten anbauen. Er ist nicht anspruchsvoll, sofern man einige grundlegende Bedürfnisse beim Anpflanzen berücksichtigt.

Wo und wie baut man am besten Thymian an?

Thymian hat seinen Ursprung im Mittelmeerraum und damit in warmen Gebieten. Er steht gerne sonnig. Auch direkte Einstrahlung macht ihm nichts aus. Ganz im Gegenteil. Die ätherischen Öle bilden sich vermehrt an einem Standort, der von Sonnenlicht durchflutet wird. Neben heiß und hell mag der Thymian es trocken. Der Boden zum Anpflanzen sollte einen hohen Kalkanteil haben und sandig und damit durchlässig sein. Im Garten kann der Thymian, ohne zusätzlichen Aufwand für die Pflege, an und auf Mauern angebaut werden. Auch in einem Steingarten macht er sich prächtig.

Ist die Thymian Pflanze winterhart?

Auch, wenn der Thymian die Sonne liebt, ist er äußert robust im Winter. Er übersteht kalte Temperaturen problemlos und kann auch draußen überwintern. Wichtig ist es, den Thymian, obwohl er winterhart ist, auch in der kalten Jahreszeit zu gießen, sofern es längere Zeit keinen Niederschlag gibt. Je nach Sorte ist er mehr oder weniger winterhart und benötigt dementsprechend auch im Winter Pflege. Der Klassiker, der Thymus vulgaris, übersteht moderate Winter auf jeden Fall. In extrem harten Wintern kann man die Pflanze isolierend beim Überwintern unterstützen, indem man etwas Stroh oder einige Tannenzweige auf die Erde legt. Winterhart bedeutet auch mehrjährig. Thymianstauden können bei guter Pflege ein stattliches Alter erreichen.

Wie wird Thymian vermehrt?

Das immergrüne Kraut lässt sich auf unterschiedliche Arten vermehren. Thymian kann man vermehren oder säen. Die einfachste Möglichkeit ist es, den Thymian dann zu unterstützen, wenn er selber neue Triebe bildet. Die zartgrünen Triebe werden sanft einige Zentimeter in die Erde gedrückt. Dies gibt ihnen das Startsignal, aus eigener Kraft neue Wurzeln zu bilden. Sobald die Pflanze eine Basis geschaffen hat, eigenständig zu wachsen, kann man den ehemaligen Trieb von der Mutterpflanze abtrennen und hat eine neue Thymianstaude. Eine solche erhält man auch, wenn man die Triebe durch schneiden abnimmt und in Anzuchterde, geschützt unter einer Folie, heranreifen lässt, bis sich ein neuer Steckling bildet. Natürlich lässt sich Thymian auch über den Samen vermehren. Dieser sollte bei der Aussaat nicht von Erde bedeckt sein. Thymian ist ein Lichtkeimer. Zwei Herangehensweisen beim Anbauen sind prinzipiell möglich. Einmal wird der Samen zur Anzucht in Schalen gegeben und eingepflanzt, sobald er nach ca. 4 Wochen ausgekeimt ist. Dies bedarf einiger Pflege. Man beginnt mit dieser Variante der Aussaat optimaler Weise im März. Etwas später, im April, ist der richtige Zeitpunkt, die Samen zum Auskeimen direkt auf das Beet zu säen.

Was muss beim Ernten beachtet werden?

Thymian sollte man am besten ernten kurz bevor er Blüten trägt. Der Gehalt an ätherischen Ölen ist zu diesem Zeitpunkt am höchsten. Die Blüten entziehen der Pflanze Kraft. Wann genau dieser Zeitpunkt gekommen ist, kann man daran erkennen, dass die Pflanze viele Knospen am Strauch hat. Dann kann man ihn auch zupfen und als frisches Gewürz zum Kochen verwenden. Einen weiteren wichtigen Faktor für die Menge an flüchtigen Inhaltsstoffen stellt der Tageszeitpunkt dar. Es empfiehlt sich, den Thymian morgens bzw. vormittags zu schneiden, bevor die Sonne zu stark wird. In der Sonne geht ein Teil der Öle vorübergehend verloren, die dann in der kühleren Tageszeit wieder nachgebildet werden. Spürbar wird die Freisetzung der ätherischen Öle daran, dass der Thymian mittags stark duftet. Zusätzlich ist morgens der Wassergehalt der Pflanze am niedrigsten. Je niedriger dieser ist, desto unwahrscheinlicher kommt es zu unerwünschter Schimmelbildung.

Wie trocknet man Thymian?

Thymian kann man natürlich frisch als Gewürz in der Küche verwenden. Um sich einen Vorrat anzulegen, ist es aber sinnvoll, ihn zu trocknen. Thymian hat starke Blätter und lässt sich sehr gut trocknen, ohne seine geschmacklichen Eigenheiten und gesundheitlichen Wirkungen einzubüßen. Getrocknet ist der Thymian bei geeigneter Aufbewahrung sehr lange haltbar. Es gibt die beiden Möglichkeiten, den Thymian in der Sonne oder im Backofen zu trocknen. Nach dem Ernten sollte der Thymian rasch getrocknet werden. Verunreinigungen und verdorbene Abschnitte sind im frischen Zustand am besten zu erkennen. Die Reinigung erfolgt vor dem Trocknen. Falls nötig, kann der Thymian vorsichtig unter dem Wasserstrahl abgewaschen werden.

In der Sonne

Es ist eine Möglichkeit, den Thymian nach dem Schneiden direkt in der Sonne zu trocknen. Dafür wird er eventuell in wenig Wasser gewaschen und dann in Bündeln zum Trocknen aufgehängt. Bei starker Sonne gelingt der Vorgang sehr rasch. Es ist jedoch darauf zu achten, dass der Thymian nicht zu lange in der Sonne hängt, da er sonst ausbleicht und einen Teil seiner Aromastoffe verliert. Sobald er raschelt ist die Feuchtigkeit entwichen und der Thymian kann bedenkenlos gelagert werden.

Im Backofen

Den Thymian trocknet man im Backofen bei geringer Hitze. Optimal sind 35°C. Bei dieser Temperatur benötigt er einige Stunden, bis die komplette Feuchtigkeit entwichen ist. Viele Öfen sind erst ab 50°C einstellbar. Auch das funktioniert. Der Ofen bleibt dabei einen Spalt offen.

Wo wird Thymian am besten aufbewahrt?

Frische Thymianzweige bewahrt man nach dem Schneiden optimaler Weise im Kühlschrank auf, am Besten im Gemüsefach. Sobald der Thymian erst einmal getrocknet ist, ist er äußerst unkompliziert. Getrockneter Thymian kann problemlos, wie die meisten Gewürze, in einem Glas aufbewahrt werden. Er sollte jetzt nicht mehr direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Auch größere Mengen können an einem trockenen dunklen Ort gelagert werden oder man kann ihn bequem einfrieren.

Fazit: Thymian ist pflegeleicht und sehr gesund

Thymian ist ein anspruchsloses Kraut. In praktisch jedem Garten, auf dem Balkon oder Fensterbrett findet sich ein Örtchen, wo man ihn gut anbauen kann. Sein Name steht für die Kraft und die hat auch seine Heilwirkung in großem Maße. Er ist bekömmlich als Küchenkraut. Hier hat er wohltuende Auswirkungen auf die Verdauung. Die Arzneipflanze des Jahres 2006 ist keimtötend. Vor allem im Bereich der Atemwege, von Bronchitis bis Keuchhusten ist er eine Heilpflanze mit Jahrhundertealter Tradition. Es lohnt sich also, aus mehreren Gründen, sich dem Anbau und der Ernte von Thymian zu widmen.

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